Früchte
In Brasilien werden auf 2,4 Millionen Hektar die verschiedenste Früchte angebaut. Im Jahr 2005 betrug die Gesamtproduktion 35,4 Millionen Tonnen. Im Folgenden werden die Wichtigsten kurz vorgestellt.
Orangen
In Brasilien werden auf rund 810.000 Hektar rund 17,8 Millionen Tonnen Orangen produziert, hauptsächlich im Bundesstaat São Paulo. Es gibt ausgedehnte Orangenplantagen und Verarbeitungsindustrien um die weltweite Nachfrage nach Fruchtsäften zu bedienen. Der Produktionsumfang kann über 100 kg pro Baum erreichen.
Mehr als neunzig Prozent der in Deutschland konsumierten Orangen-Getränke kommt aus Brasilien. Mit jährlich rund 650.000 Tonnen ist die Europäische Union der Hauptabnehmer des brasilianischen Orangensaftkonzentrats, von dem insgesamt rund eine Million Tonnen pro Jahr hergestellt wird. Niedere Kosten für Arbeit, Transport und Lagerung begünstigen eine große Gewinnspannen für die Fruchtsaft- und Handelskonzerne.
Seit den 70er Jahren wird nur noch das Fruchtsaft-Konzentrat exportiert. Dem Saft werden dazu 60 Prozent seiner Flüssigkeit entzogen; das Endprodukt wird eingefroren und bei minus acht Grad von riesigen Tankfarmen an der brasilianischen Atlantikküste auf die Tankschiffe gepumpt. Gut 80% der früher benötigten Transportfläche werden so gespart.
Die Arbeitsbedingungen auf den Orangenplantagen sind teilweise sehr schlecht. Die körperlich harte Arbeit ist unterbezahlt. Der Lohn dier Arbeiter liegt rund ein Drittel unter dem staatlich festgesetzten Mindestlohn von derzeit 350 R$ bzw. 125 Euro. Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 1995 haben die Pflücker nun den Status „freier Unternehmer“, und sind somit nicht mehr sozialversichert. Die Erntesaison dauert höchstens sechs Monate im Jahr. In der anderen Hälfte des Jahres ist anderweitige Beschäftigung kaum vorhanden.
Da kaum ein Erntearbeiter seine Familie ernähren kann, ist Kinderarbeit auf den Plantagen – obwohl sie durch den öffentlichen Druck in den letzten Jahren zurückgegangen ist - ein leidiges Thema. Seit Menschenrechtsverbände und Gewerkschaften diese Situation anprangerten, haben die meisten westlichen Fruchtsaftkonzerne die Kinderarbeit bei ihren Lieferanten verboten. Das Kernproblem, die niedrigen Löhne wurde damit jedoch nicht gelöst.
Äpfel
Der Apfelanbau wird in Brasilien erst seit Anfang der 70er Jahre betrieben. Die Hauptanbaugebiete von Äpfeln liegen in den gemäßigten Klimaten im Süden des Landes, besonders im Bundesstaat Santa Catarina. Die gängigsten Apfelsorten sind Gala, Fuji und Golden.
Im Jahr 2005 wurden auf einer Fläche von 35.300 ha rund 844.000 Tonnen Äpfel produziert mit einem durchschnittlichen Ertrag von knapp 24 Tonnen pro Hektar. Davon werden etwa 20 Prozent im Wert von 72,6 Mio US$ exportiert. Ein Großteil geht an die Europäische Union. Brasilien produziert genau zu der Zeit wo Chile und Australien keine Ernten haben und bedient so den EU-Markt.
Die Exportmenge an konzentriertem Apfelsaft betrug 2004 rund 31.500 Tonnen im Wert von 20,6 Mio US$.
Mango
Die Gesamtproduktion an Mangos beläuft sich auf rund 850.000 Tonnen, die auf einer Fläche von 68.000 Hektar produziert werden.
Im Vale do São Francisco im semi-ariden Nordosten Brasiliens werden rund 80% aller exportierten Mangos, auf einer Fläche von ungefähr 22.000 Hektar produziert. Von diesem gesamten Anbaugebiet liegen 62,8% im Bundesstaat Bahia, 25,7% in Pernambuco und 10% in Minas Gerais.
Das Vale do São Francisco produziert 80% aller aus Brasilien exportierten Mangos und 95% aller Weintrauben. Allerdings sind die Kosten des Mangoanbaus nur halb so hoch wie die des Rebenanbaus, weshalb ersterer eine wesentlich größere Fläche einnimmt. Nachdem zunächst der von Europa und den USA geforderte Qualitätsstandard erreicht wurde, eroberte die Frucht weitere Märkte in Asien. Der japanische Markt bezahlt bis zu dreimal so viel wie die Europäer und Nordamerikaner. Dieses Jahr hoffen die Produzenten des Vale do São Francisco, ihre Produkte auch auf den chinesischen Markt bringen zu können.
Der Umsatz der exportierten Mangos aus de Region betrug im Jahr 2005 46,6 Millionen US$. Durch die geplanten Bewässerungsprojekte erwarten die Mangoproduzenten einen weiteren Anstieg des Umsatzes von mindestens 30%.
Papaya
Die Gesamtanbaufläche beläuft sich auf 36.500 Hektar mit einer Gesamtproduktion von 1,65 Millionen pro Jahr. Exportiert werden rund 46% der Produktion im Wert von 26,6 Millionen US$ in die USA und nach Europa.
Die Frucht wird nicht nur zum Verzehr verwendet. Das in der Papaya enthaltenen Enzym Papain findet in der Arzneimittelherstellung Verwendung, dient der Lebensmittelindustrie als Fleisch-Zartmacher und wird in der Textilproduktion eingesetzt um das Schrumpfen von Wolle und Seide zu verhindern.
Bananen
Brasilien ist mit einer Produktion von 6,7 Millionen Tonnen auf knapp 500.000 Hektar nach Indien und Ecuador bedeutender Bananenproduzent. Der Großteil wird im Land selbst konsumiert, nur etwa 190.000 Tonnen im Wert von 27 Millionen US$ gehen in den Export.
Probleme beim Export der brasilianischen Bananen sind die Unregelmässigkeiten in Gewicht und Form, so wie Fleckempfindlichkeit. Als Vorteile sind der hervorragende Geschmack und die größere Auswahl durch Vorhandensein verschiedene Sorten zu nennen. Die am meisten konsumierte Sorte ist die Banana Caturra. Den höchsten Erlös erzielt die Banana Prata. Daneben gibt es weitere Sorten, wie Banana da Terra, und Banana maçã. |