Mais
Mais konkurriert mit Weizen um den Titel des weltweit am meisten produzierten Getreides. Diese Tatsache begründet sich auf der global ansteigenden Nachfrage, welche wiederrum auf gesteigerten Konsum und einem gesteigerten Verbrauch an Fleisch beruht, besonders in asiatischen Ländern. In der Tiermast wird Mais als wichtiger Proteinlieferant eingesetzt.
Trotz der Tatsache dass die Weltmaisproduktion zunimmt, schafft sie es nicht mit dem wachsenden Konsum schrittzuhalten, was teilweise auf die Unregelmässigkeiten der Ernten in den USA zurückzuführen ist. Die USA ist der weltweit grösste Maisproduzent und stellt die Hälfte der Weltmaisproduktion pro Jahr.
In Brasilien wird Mais auf einer Fläche von 14,3 Mio. ha überwiegend in den Bundesstaaten Rio Grande do Sul, Minas Gerais, Mato Grosso und Paraná angebaut. Die durchschnittliche Flächenproduktivität beträgt 3,7 kg/ha. Da zwei Ernten pro jahr möglich sind erreicht die Gesamtproduktion knapp 53 586 Tonnen jährlich. Die grosse, auf den Export ausgerichtete, Geflügel- und Schweineindustrie macht das Land zu einem der weltgrössten Verbraucher. Die Exportmenge ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und beträgt momentan rund 392.000 Tonnen. Den Grossteil konsumiert das Land jedoch selbst.
Anders als bei Soja gibt es innerhalb des Maisanbaus noch grosse Möglichkeiten die Produktion durch Steigerung der Produktivität auszuweiten. Mais ist eine Subsistenzfrucht und hat daher in Brasilien nur geringe Produktivität. Ein grosser Teil der Pflanzungen wird auf kleinen Farmen betrieben mit geringem Einsatz an Technologie, besonders im Süden und Nordosten.
Geschichte
Als Mais vor 6000 Jahren in Zentralamerika domestiziert wurde, breitete er sich in alle Richtungen aus und es bildete sich eine grosse Vielfalt an Arten innerhalb der Spezies. In Brasilien gibt es Hinweise auf die Anwesenheit von Mais in Vor-Kolumbianischer Zeit. Wissenschaftliche Studien belegen, dass verschiedene Maissorten von den Guarani, Tupi, Caicangue und Xavante Indianern entwickelt wurden. Nach der Inbesitznahme des Landes durch die Portugiesen, zu Beginn des 16. Jahrhunderts, wurden neue Arten durch die Immigranten aus unterschiedlichen Kontinenten eingeführt, welche die indigenen Sorten verdrängten oder sich mit diesen kreuzten.
Später wurde die Pflanzung von Mais eine der landwirtschaftlichen Hauptbetätigungsfelder in Brasilien. Landwirtschaftliche Zählungen von 1985 belegen, dass nahezu 53% der Maisanbaufläche auf Betriebe mit weniger als 50 Hektar Fläche verteilt waren, was zeigt, dass Mais vor allem die kleinbäuerliche Subsistenzlandwirtschaft prägte.
Trotz der Tatsache dass Brasilien eines der ersten tropischen Länder war, das verbesserte Maissorten produzierte und verteilte, ist die Produktivität viel geringer als es das Potential der Hybridsorten vermuten lassen würde, die ab den 70er Jahren in grossem Masse eingeführt wurden.
Die Gründe für dieses geringe Produktionslevel sind unterschiedlich. Der Anstieg der Kosten für Betriebsmittel in Verbindung mit den geringen Preisen für die Produzenten und Mangel an ländlichen Krediten, haben die Landwirte dazu gebracht Massnahmen zur Risikovermeidung zu treffen. Dies bedeuetet, die Auslagen möglichst einzuschränken. Im Falle von Mais, kaufen viele Landwirte die Hybridsorten anstatt jährlich, nun nur noch jedes zweite oder dritte Jahr und verwenden Samen der zweiten und dritten Generation der Originalhybriden weiter. Die niedere Qualität dieser Samen und zusätzliche Probleme mit der Bodenfruchtbarkeit resultieren in einem ernsthaften Problem geringer Produktivität. |